industrial design

Die Dienstleistung Produktdesign, auch Industriedesign (engl: Industrial Design) genannt, befasst sich mit dem Entwurf serieller und/oder industrieller Produkte.

 

Komponenten, Personen, Idee werden geformt und gestaltet bis das Produkt auf den Markt gebracht werden kann. Je nach Komplexität der Aufgabe kann dieser Prozess mehrere Monate bis Jahre dauern.

Im Allgemeinen werden dabei zwei Arbeitsbereiche unterschieden: Das Gestalten von Konsumgütern und das Gestalten von Investitionsgütern. Als Ergebnis der Arbeitsteilung arbeitet der Designer häufig in einem interdisziplinären Team, seine Aufgaben umfassen je nach Betätigungsfeld die Formfindung, beispielsweise unter dem Aspekt der formalen Schlüssigkeit, der Fertigungsgerechtigkeit oder den Bedürfnissen einer Zielgruppe.

Der Designer ist nicht Gestalter von Unikaten, sondern von Produkten, die in einer seriellen (Massen)-Produktion hergestellt werden.

 

Konsumgüter

Unter den Bereich der Konsumgüter sind die Produkte des persönlichen Gebrauchs zusammengefasst:

Haushaltsgeräte (Kaffeemaschine, Mixer, Waschmaschine, Rasenmäher, elektrischer Rasierer, Leuchten)

Werkzeuge

Spielzeuge, Spielmittelgestaltung

Fahrzeuge (PKW, Motorräder, Roller, Fahrräder)

Möbel, siehe Möbeldesign

 

Idee_Markt_Produkt_Prozess_web

Investitionsgüter

Produktionsmaschinen (Tischkreissäge, Fräse, Papierproduktionsmaschine)

Elektronische Geräte für den industriellen Einsatz (zum Beispiel Messgeräte)

Medizintechnik

(Nutz-)Fahrzeuge (LKW, Omnibusse, Traktoren, Gabelstapler, Hubwagen, Schienenfahrzeuge, etc.)

 

Das Gestalten von Produkten

Das Gestalten von Produkten, das Produktdesign, findet grundsätzlich als Teil der Entwicklung dieser Produkte statt. Der Grad der Designfreiheit, die die Möglichkeit für eine Formfindung eröffnet, ist sehr stark abhängig von der Art des Produkts.

 

Die Aufgaben eines Designers zur Gestaltfindung konzentrieren sich bei sehr technischen Produkten auf deren Funktion, so dass diese meist nur einem Ingenieur obliegt. Ebenso kann eine dekorative Vase kaum Betätigungsfelder bieten, weil sich dort die Aufgabe an Illustratoren oder Grafiker richtet. Mehr und mehr wird das Industriedesign weniger durch technische Parameter bestimmt, sondern durch die Marktforschung, wobei diese nicht in der Lage ist zukünftige Szenarien zu generieren, was bei langen Produktentwicklungszeiten sehr wichtig ist.

Designprozess

Der Prozess umfasst zu Beginn eine Zieldefinition oder eine Aufgabenstellung. In Abhängigkeit dieser Aufgabenstellung werden Konzepte erarbeitet, Skizzen zur Konstruktion und zur Gestalt angefertigt, erste Entwürfe als Modelle (in Originalgröße oder als Maßstabsmodell) aufgebaut, oder auch häufig nur als virtuelles Modell im Rechner aufgebaut, von denen dann Ansichten berechnet werden.

Je nach Projekt werden diese dann mittels Marktforschung in Kundenkliniken vorgetestet. Nachdem die Gestaltfindung abgeschlossen ist, wird die Konstruktion als CAD-Modell fertiggestellt. Hierbei sind technische Kenntnisse, wie sie beim Berufsbild des Technischen Zeichners gelehrt werden, von großem Vorteil. Die Umsetzung der Idee zum technischen Entwurf findet heute häufig komplett im Rechner statt. Modelle können dann in fast jedem Zwischenschritt über 3D-Drucker erstellt werden.

Anhand von ersten Ideen, Skizzen und Zeichnungen visualisiert der Designer Varianten und Details zum Produkt. Dieser originär kreative Prozess wird auch bei sonst umfangreicher Nutzung des Rechners meist per Hand ausgeführt. Häufig werden die ersten Skizzen dann jedoch schon eingescannt, und mittels Bildbearbeitung für weitere Varianten digital weiterbearbeitet.

Analyseaspekte

Ein Designprodukt lässt sich nach seinen Funktionen unterscheiden und analysieren:

Praktische Funktionen, Funktionalität, Ergonomie, Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit (usability), Benutzerfreundlichkeit, Wartung und Pflege

 

Produktsprachliche Funktionen

– sinnliche Funktionen

– Formalästhetische Funktionen

– Zeichenhafte, semantische Funktionen

– Anzeichenfunktionen

– haptische, olfaktorische und akustische Anzeichen

– Symbolische Funktionen

– soziale Aspekte, kulturelle und religiöse Aspekte, Status, Gruppenzwang, Zielgruppen

 

Ökologische Funktion

– nachhaltige Entwicklung

– Lebenszyklus (Haltbarkeit, technische Verfügbarkeit)

– Entsorgung

 

Ökonomische Funktion

– Herstellungsaufwand, Komplexität

– Herstellungstechniken

– Anzahl der Fertigungsschritte

– Materialien

– Materialvielfalt, -komplexität

– Transport-, Lageraufwand – Größe, Stapel-, Faltbarkeit, Gewicht usw.